Die Anforderungen an die rund 1600 OL-Läufer am nationalen OL-Weekend waren vielfältig. Einerseits lockte am Heinzenberg sowohl attraktives, offenes Gelände oberhalb der Baumgrenze, im unteren Bereich des Laufgebietes aber auch ein märchenhafter Wald. Hinzu kamen die wechselhaften Wetterbedingungen.

 

Von der eher kleinen Wiggertaler Delegation konnten am Samstag über die Mitteldistanz der Senior Hans Baumann (H85, Rheinfelden) und Eveline Husner (DAM, Schlosswil) je einen klaren Kategoriensieg verbuchen. Mit dem Downhillrennen im feuchten, mit Moosboden bedeckten Wald kamen auch Henry Wymann (H14, Rothrist) und Matthias Althaus (H40, Zofingen) bestens klar und holten das Optimum heraus. Beide klassierten sich auf Rang 6. Ein kleiner Fehler im Schlussteil warf Elisabeth Haberstich (D70, Strengelbach) noch aus den Medaillenrängen. Sie finishte als Fünfte.

Nach Sonne am Vortag herrschten am Sonntag ganz andere Bedingungen. Warm bekleidet starteten die LäuferInnen Richtung Bischolapass und versuchten, im Schneegestöber zwischen den Alpenrosen- und Heidelbeerstauden möglichst fehlerfrei über die Runden zu kommen. Dies gelang Eveline Husner, die auch über die Langdistanz mit Bronze aufs Podest lief, ebenso wie Brigitte Schlatter (OM, Olten) über ihren anspruchsvollen Parcours in der Offenkategorie. Bei dem feinen Geländerelief führten kleinste Richtungsabweichungen oder Fehlinterpretationen zu grossen Zeitverlusten. Nick Gebert, Zofingen, konnte auf der langen Bahn bei der Elite mit den Schnellsten mithalten, doch eine Suchaktion warf ihn noch auf den 15. Rang zurück. Jan Wullschleger (HAM, Strengelbach) gelang mit Rang 8 eine tolle Leistung, aber auch er startete ungewollt etwas harzig ins Rennen. Elisabeth Haberstich (D70), Hansruedi Schlatter (Zofingen) und Kurt Buchwalder (Rothrist, beide H75) ergänzten mit Topten-Klassierungen.

 

Im Rahmen des OL-Weltcup-Finales wurden auch dem Breitensport zwei nationale Events angeboten. Eine äusserst schlagkräftige Wiggertaler Truppe überzeugte in Uster sowohl am Samstag beim Mitteldistanzlauf wie auch am Sonntag beim Sprint. So resultierten insgesamt 10 Podestplätze, davon 5 Kategoriensiege, und viele weitere Topten-Rangierungen.

Im nicht ganz so grün wie erwarteten Egg-Hard lieferte der bereits international erfolgreiche Maxim Bertschi (H16, Gränichen) nach kleinen Schlenkern bei den ersten beiden Posten ein souveränes Rennen ab und holte sich den Sieg. Vater Christian Bertschi (HAK) und Céline Pel (DAM, Riken) durften sich ebenfalls über einen Vollerfolg freuen. Auch die Garanten unter den Senioren für Spitzenplätze reüssierten: Hansruedi Schlatter (H75, Zofingen) konnte überlegen gleich Silber (Middle) und Gold (Sprint) verbuchen. Hier durfte sich in der Stadt ausserdem Kurt Buchwalder (Rothrist) über Bronze freuen. Hans Baumann (H85, Rheinfelden) setzte sich im Wald mit einem tollen Lauf an die Spitze des Klassements, während Elisabeth Haberstich (D70, Strengelbach) zwei souveräne Rennen ablieferte und den Sieg zwei Mal nur knapp an dieselbe Konkurrentin abgeben musste.

Schlag auf Schlag ging es weiter mit den OL-Titelkämpfen. Am Samstag wurde die Meisterschaft über die Mitteldistanz (MOM) ausgetragen, am Sonntag folgte die Staffel-SM (SOM) im Zürcher Oberland.

Im technisch anspruchsvollen Laufgebiet am Stammerberg mit steilen Hängen und Tobeln liess Maxim Bertschi (H16, Gränichen) seinen 70 Gegnern keine Chance. Mit einem klaren Start-Ziel-Sieg gewann er den Schweizermeister Titel, genauso wie auch sein Vater Christian Bertschi mit einer überzeugenden Leistung bei HAK. Routinier Hans Baumann (H85, Rheinfelden) verwies die Konkurrenz ebenfalls auf die Ränge. Der Zofinger Hansruedi Schlatter (H75) lief zu Silber, Céline Pel (DAM, Riken) konnte den Medaillensatz mit dem dritten Schlussrang komplettieren.

Traditionsgemäss wird der Staffel-Wettkampf in Dreierteams ausgetragen. Der gruppenweise Massenstart erfolgte noch auf der Wiese, bevor die Läufer im Wald verschwanden. Es galt im einzigartigen OL-Gelände des Batzbergs bei Rüthi/ZH mit markanten Nagelfluhrippen die Karte genau zu lesen.

Maxim Bertschi konnte auch heute überzeugen und holte nochmals Gold mit seinem H16 Team. Die Mühlethalerin Ronja Frey zeigte ein fulminantes Rennen, übergab für ihr DAK Team auf der 2. Strecke mit Bestzeit an Klubkollegin Eveline Husner (Schlosswil), die für das Team Silber ins Ziel brachte. Elisabeth Haberstich (D210, Strengelbach) konnte mit ihrem Team Bronze erkämpfen. Auch Henry Wymann (H14, Rothrist) legte mit einer Streckenbestzeit eine hervorragende Grundlage für eine Medaille, doch fiel das Team durch einen Postenfehler im weiteren Rennverlauf aus der Wertung.

 

Der Schiessplatz der Armee auf dem Montagne de Lussy wurde für einmal zum Austragungsort der OL-SM über die Langdistanz. Den Teilnehmenden wurde dabei in einem typischen Mittellandwald mit gut belaufbaren, aber auch sehr grünen Abschnitten ein Wettkampf mit spannenden Bahnen geboten.

Rund 1260 LäuferInnen, darunter 20 WiggertalerInnen, stellten sich der Herausforderung. Grossen Respekt verdient die Leistung des Seniors Hans Baumann (Rheinfelden). Der H85-Läufer bewies einmal mehr seine geistige und körperliche Fitness. Mit einem perfekten Lauf und einem unglaublichen Vorsprung verwies er die Konkurrenz auf die Ränge und durfte sich als Schweizermeister feiern lassen. Auch Eveline Husner (DAM, Schlosswil) konnte sich mit ihrem beinahe fehlerfreien Lauf zur Schweizermeisterin küren lassen. Céline Pel (Riken) vergab den Doppelsieg zu den Posten 8 und 9 und klassierte sich auf Rang 5. In der entsprechenden Herrenkategorie (HAM) gelang auch Jan Wullschleger (Strengelbach) ein toller 5. Rang. In der starken Elitekategorie überquerte Nick Gebert (Zofingen) als Zehnter die Ziellinie.

Die letzten Posten hatten es in sich. Der Zofinger Hansruedi Schlatter (H75) vergab hier noch knapp Gold und wurde mit Silber ausgezeichnet. Anouk Bertschi (Gränichen, D14) erging es ebenso. Bronze war nach einer kleinen Unsicherheit im Schlussteil verloren, sie wurde zwar undankbare, aber beeindruckende Vierte.

Ein Bericht vom tollen Vereinsweekend bei schönem Wetter im schwierigen Jura-Gelände erscheint im nächsten Postengeflüster. Ein paar Fotos sind in der Fotogalerie zu finden.